Top 1 % der OSS-Beitragenden dominieren Einfluss – neue Analyse enthüllt Rollen und Trends
Eine aktuelle Studie aus dem arXiv-Preprint arXiv:2602.06426v1 beleuchtet die Netzwerke von Open‑Source‑Software‑Beitragenden über 25 Jahre hinweg. Dabei wurden Daten aus dem Cloud Native Computing Foundation‑Ökosystem – inklusive Sandbox, Incubating und Graduated Projekte – mit modernen Graph‑Neural‑Networks und zeitlichen Netzwerk‑Analysen kombiniert.
Die Ergebnisse zeigen, dass OSS‑Netzwerke einer starken Power‑Law‑Verteilung folgen: Die obersten 1 % der Entwickler kontrollieren einen erheblichen Anteil des gesamten Einflusses. Durch GPU‑beschleunigten PageRank, Betweenness‑Centrality und maßgeschneiderte LSTM‑Modelle wurden fünf klare Rollen identifiziert – Core, Bridge, Connector, Regular und Peripheral – jede mit einer eigenen Netzwerkposition und strukturellen Bedeutung.
Statistische Analysen offenbaren signifikante Zusammenhänge zwischen konkreten Aktionen (Commits, Pull‑Requests, Issues) und dem Einfluss der Beitragenden. Mehrere Regressionsmodelle erklären einen großen Teil der Varianz in den Einflussmetriken. Zeitliche Trends zeigen, dass Dichte, Clusterkoeffizienten und Modularität sich über die Jahre verändern, wobei deutliche Regimewechsel mit wichtigen Projektmeilensteinen korrespondieren. Besonders die Bridge‑Beitragenden, obwohl sie nur einen kleinen Teil des Netzwerks ausmachen, haben bei ihrer Entfernung einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Netzwerk‑Kohäsion.
Diese Erkenntnisse liefern empirische Belege dafür, wie Netzwerkposition, Aktivitätsmuster und zeitliche Dynamiken die Wirkung von OSS‑Beitragenden formen. Für Projektmanager und Community‑Builder bedeutet das, gezielt die Schlüsselrollen zu unterstützen, um Innovation und Nachhaltigkeit in großen Open‑Source‑Ökosystemen zu fördern.